Frank Freiberger · Sachbuch
Trinkst du mehr, als du eigentlich willst?
Die Sinclair-Methode: mit einer Tablette weniger trinken oder ganz aufhören.
„Die Methode hat mir meine Würde zurückgegeben. Ich war nicht charakterschwach – ich war krank."Anja L. · Betroffene
„Die Sucht ist ein Monster. Du kannst die disziplinierteste Person der Welt sein – wenn es dich erwischt, hat es dich."Claudia Christian · Schauspielerin
Worum es geht
Kennst du das ungute Gefühl, wenn du öfter zum Glas greifst, als es dir guttut? Damit bist du nicht allein. Auch ich trank in einer Phase meines Lebens, während der Corona-Pandemie, plötzlich zu viel. Ich wollte meinen Umgang mit Alkohol wieder in den Griff bekommen – aber nicht den Rest meines Lebens auf ein Glas Wein verzichten. Vor allem wollte ich wieder selbst bestimmen, ob ich etwas trinke.
Doch wie sollte mir das gelingen? Im deutschsprachigen Raum gilt konsequente Abstinenz nach wie vor als Goldstandard der Behandlung. Allerdings werden viele Betroffene irgendwann rückfällig.
Auf der Suche nach einem anderen Weg stieß ich auf die Sinclair-Methode: eine Tablette, die den Belohnungseffekt von Alkohol im Gehirn Schritt für Schritt abbaut und so die körperliche Abhängigkeit reduziert. Das schafft den Raum, um ungesunde Gewohnheiten durch gesündere zu ersetzen. Die Methode wird in den USA bereits seit 1994 erfolgreich angewendet – wissenschaftlich abgesichert und in vielen Studien bestätigt. Hierzulande liest man zwar ab und zu von der „Tablette gegen Alkohol“, die Therapie ist allerdings noch ziemlich unbekannt.
Ohne die Sinclair-Methode wäre ich vermutlich abhängig geworden. Heute verspüre ich keinen Drang mehr zu trinken. Ich kann wieder einen Wein genießen, ohne dass daraus zwangsläufig mehrere werden.
Das überrascht, denn Menschen mit Alkoholproblemen wird immer gesagt, lebenslange Abstinenz sei ihr einziger Ausweg. Doch viele schreckt der Gedanke ab, nie wieder auch nur einen Schluck trinken zu dürfen.
Es gibt eine Alternative – davon handelt dieses Buch.
Hintergrund
Die Dunkelziffer liegt hoch, denn aus Scham und Angst vor Stigmatisierung trinken viele Betroffene heimlich und tauchen in keiner Statistik auf.
Nur wenige Menschen wissen, dass Alkoholabhängigkeit ein erlerntes Verhalten ist. Noch weniger bekannt ist, dass man sie mit Hilfe von Medikamenten wieder „verlernen“ kann. Dazu ist es nicht nötig, von einem auf den anderen Tag ganz auf Alkohol zu verzichten. Diese Therapie ist inzwischen auch in Deutschland möglich – diskret, zu Hause und ohne schwere Nebenwirkungen. Sie heißt Sinclair-Methode.
Das Prinzip
Die Sinclair-Methode setzt genau hier an: Was erlernt wurde, lässt sich auch wieder verlernen – mit einem Medikament, das den Lerneffekt gezielt umkehrt. Kein Entzug, kein Klinikaufenthalt.
Naltrexon wird eine Stunde vor dem ersten Glas eingenommen – und nur dann, wenn Alkohol getrunken wird. Kein täglicher Zwang, kein abrupter Stopp.
Der Wirkstoff unterbricht den Belohnungsmechanismus von Alkohol im Gehirn. Mit jeder Wiederholung schwächt sich die erlernte Verknüpfung ab.
Die Veränderung kommt nicht über Nacht, sondern über Wochen und Monate. Das Verlangen sinkt, und mit ihm die Selbstverständlichkeit, mit der getrunken wurde.
Dieses Buch beschreibt eine persönliche Erfahrung und den Stand der Forschung. Es ersetzt keine ärztliche Beratung; die Anwendung von Naltrexon gehört in ärztliche Begleitung.
Häufige Fragen
Die Sinclair-Methode (TSM) ist ein medikamentöser Ansatz, bei dem der Wirkstoff Naltrexon jeweils eine Stunde vor dem Trinken eingenommen wird. Er blockiert die Opioidrezeptoren im Gehirn, sodass der belohnende Effekt von Alkohol ausbleibt. Über Wochen und Monate verlernt das Gehirn so die Verknüpfung zwischen Alkohol und Belohnung, und das Verlangen sinkt schrittweise. Das Medikament ist dabei nur die eine Seite: Die zweite, ebenso wichtige Komponente ist eine bewusste Verhaltensänderung hin zu gesünderen Gewohnheiten, die den frei werdenden Raum füllen. Die Methode wird in den USA seit 1994 angewendet und ist wissenschaftlich gut untersucht.
Ein klassischer Entzug zielt meist auf sofortige, vollständige Abstinenz. Die Sinclair-Methode setzt dagegen nicht am Konsum selbst an, sondern am erlernten Belohnungsmechanismus im Gehirn. Es gibt keinen abrupten Stopp und keinen Klinikaufenthalt: Die Tablette wird nur dann genommen, wenn auch getrunken wird. Für manche Menschen führt das am Ende zu deutlich reduziertem Konsum, für andere zu völligem Verzicht – beides ist ein mögliches Ergebnis, kein vorgegebenes Ziel.
Ja. Naltrexon ist ein verschreibungspflichtiges Medikament und gehört in ärztliche Begleitung. Wer die Sinclair-Methode ausprobieren möchte, bespricht die Anwendung mit einem Arzt oder einer Ärztin – im besten Fall mit jemandem, der oder die mit dem Konzept bereits vertraut ist.
Die Wirkung setzt nicht sofort ein, sondern baut sich über Wochen und Monate auf, während das Gehirn die Verknüpfung zwischen Alkohol und Belohnung schrittweise verlernt. Wie schnell sich das Verlangen spürbar verändert, ist individuell verschieden. Geduld und konsequente Anwendung – die Tablette bei jedem Konsum – sind dabei entscheidend.
Ja, das ist möglich, auch wenn die Methode ursprünglich nicht auf Abstinenz ausgelegt ist. Weil das Verlangen nach Alkohol im Laufe der Zeit nachlässt, hören manche Anwender irgendwann von selbst ganz auf zu trinken. Andere finden zu einem kontrollierten, deutlich reduzierten Konsum. Beide Wege gelten als Erfolg der Methode.
Nein. Das Buch beschreibt eine persönliche Erfahrung und den aktuellen Stand der Forschung zur Sinclair-Methode, ersetzt aber keine ärztliche Beratung. Die Anwendung von Naltrexon sollte immer in ärztlicher Begleitung erfolgen.
»Bei keiner anderen Krankheit kämen wir auf die Idee, sie erst im Endstadium zu behandeln – wenn es eigentlich schon zu spät ist.«Prof. Dr. Falk Kiefer · Suchtforscher und Suchtmediziner
Jetzt erhältlich
Als Softcover und E-Book, erschienen im Serenon Verlag.
Lieber digital? Auch als E-Book – bei tredition oder für Kindle.
Außerdem im Buchhandel erhältlich – etwa bei buecher.de.